Drei Wochen im August
Elena bekommt von ihrer Chefin Ali ein verlockendes Angebot. Sie darf drei Sommerwochen in deren Ferienhaus an der französischen Atlantikküste verbringen. Da ihr Mann Kolja arbeiten muss, entschließt sie sich, mit ihren Kindern, dem 6-jährigen
Rinus und der 13-jährigen Linn, zu fahren. Mit von der Partie sind noch Noémie, eine Freundin ihrer Tochter und das Kindermädchen Eve. Eve, die in Elenas Alter ist, arbeitet seit Jahren für die Familie. In Frankreich kümmert sich der Hausmeister Ilyas um Haus und Garten. Bald geht er im Ferienhaus ein und aus. Nach ein paar Tagen steht plötzlich ein gelber Kleinbus vor der Tür. Franz und seine Ziehtochter Marla sind auf der Durchreise nach Portugal. Auch ihnen hat Ali erlaubt, im Ferienhaus zu wohnen. Mit der Ankunft der beiden ändert sich das soziale Gefüge der Gruppe. Es kommt zu Eifersüchteleien zwischen den drei pubertierenden Mädchen; zwischen den Männern und Frauen baut sich eine erotische Spannung auf. – Nina Bussmann erzählt ihre Geschichte aus wechselnden Perspektiven. Elena und Eve blicken abwechselnd auf die Ereignisse und lassen die Lesenden an der Sicht der jeweils anderen Person zweifeln. Vor dem Hintergrund näherkommender Waldbrände analysiert der psychologische Spannungsroman gekonnt Beziehungsmuster.
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
Drei Wochen im August
Nina Bußmann
Suhrkamp (2025)
317 Seiten
fest geb.