Ziemlich neben der Spur
Rockys bester Freund Marek zieht 1200 km weg nach Polen. Die Freundschaft aufrecht zu erhalten, gestaltet sich als schwierig und oft bleiben Rockys Nachrichten an Marek unbeantwortet. Dann erhält Rocky plötzlich hellblaue, rätselhafte Briefe. Er
ist für etwas ausgewählt worden und er soll zu einem Treffpunkt kommen. Wo und wann das sein soll, muss er anhand der Hinweise in den Briefen selbst herausfinden. Als er das Rätsel gelöst hat und zum Treffpunkt kommt, sind da noch drei andere Kinder und seine Lehrerin. Die erklärt ihnen, dass sie zu einem Wissenschaftswettbewerb nach Polen fahren. Rockys Mutter erlaubt diese Reise jedoch nicht. Doch Rocky will diese Chance nutzten, um Marek zu überraschen. So fährt er heimlich gegen den Willen seiner Mutter mit, obwohl er noch nie im Urlaub war, sich gern in seinem dunklen Kleiderschrank aufhält, Menschenmengen und laute Geräusche nicht mag und mit Planänderungen so seine Schwierigkeiten hat. Auf der Reise im klapprigen VW-Bus der Lehrerin geschehen dann leider so einige unerwartete Dinge. Doch Rocky hat sein Ziel vor Augen und fängt sogar an, die Reise zu genießen. Denn die anderen drei Kinder, von denen jedes auf seine eigene Art und Weise ebenso schräg zu sein scheint wie Rocky, sind eigentlich total nett, nachdem er sie erst einmal kennengelernt hat. – Eine mutmachende Geschichte, die zeigt, wie die liebenswerte Hauptfigur über sich hinauswächst und ihr Schneckenhaus verlässt. Es ist eine einfühlsam erzählte Geschichte über Freundschaft und darüber, dass es sich lohnt, hinter die Fassade von Menschen zu schauen.
Ulla Hittmeyer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ziemlich neben der Spur
Marie Hüttner ; mit Bildern von Regina Kehn
Thienemann (2025)
Rocky Winterfeld
238 Seiten : Illustrationen
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10