Kibogos Himmelsfahrt
Das ganze Land wartet auf den großen Regen, der schon so lange ausgeblieben ist. Vormals fruchtbare Felder sind verdorrt, ganze Landstriche verödet, die Menschen hungern oder sind bereits in den Kongo geflohen. Die christianisierten Häuptlinge versprechen
sich von einer Marienprozession Hoffnung auf Regen, doch auch die Legende um Kibogo, der zum Himmel auffuhr, und dessen Andenken von einem jungen Mädchen gehütet wird, ist noch lebendig in den Köpfen der Leute. So machen sie sich auf zur Heidin Mukamwezi, die von den Missionaren nach Absetzung des Königs vertrieben wurde. Mukamwezi verspricht, ihnen zu helfen, doch nicht bevor ihre Bedingungen erfüllt werden. Scholastique Mukasonga zeigt in ihrem Roman, wie die Welt der Mythologie in ihrer Heimat weiterlebt und sich mit christlichen Ideen vermischt hat. Dabei gelingt es ihr, den ernsten Hintergrund der Erzählung auf leichte und poetische Weise darzustellen. Ein Roman, der Afrika näherbringt.
Martina Häusler
rezensiert für den Borromäusverein.
Kibogos Himmelsfahrt
Scholastique Mukasonga ; aus dem Französischen von Jan Schönherr
claassen (2023)
136 Seiten
fest geb.