The girl in question
Die Ich-Erzählerin Nora O’Malley ist 18 und eine taffe Heldin, die auf dem Höhepunkt ihres Abenteuers Sätze sagt wie, „ich … gebe mir exakt neunzig Sekunden zum Weinen. / Dann stehe ich auf. Wische mir die Tränen weg. / Keine Zeit mehr für
Geflenne. / Ich muss einen Mann töten“ (S. 376). Dass der Mann ihr Stiefvater, der Verbrecher-Boss Raymond Keane ist, erfährt man in Rückblenden. Auch dass ihre Mutter Abby eine Trickbetrügerin ist, die ihre Tochter von klein auf als goldenen Lockvogel benutzt hat, unter diversen Identitäten. Mit 12 ist ihr die Flucht gelungen. Sie wurde zum Polizeispitzel, um sich zu retten. Doch sie hat einen USB-Stick von Raymond mit Erpresserdaten vor dem FBI zurückbehalten, als Rückversicherung für alle Fälle. Bereits im Vorgängerband „The girls I’ve been“ (in BP/mp nicht bespr.) hat ihre Vergangenheit sie eingeholt. Im vorliegenden Band will Nora im Sommer nach der Highschool mit ihren Freunden Wes und Iris eine mehrtägige Rucksacktour machen, der sich Wes‘ Freundin Amanda und Hündin Turbo anschließen. Doch Raymond wird wegen eines Formfehlers aus dem Gefängnis entlassen und ist hinter ihr her. Außerdem spielt FBI-Agentin Marjorie North ein falsches Spiel… – Das rasante Katz-und-Maus-Spiel geht weiter. Ein atemberaubender Page-Turner, der seine Protagonistin an ihre Grenzen bringt!! Band 1 wird mit Starbesetzung für Netflix verfilmt.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
The girl in question
Tess Sharpe ; aus dem Englischen von Beate Schäfer
Carlsen (2025)
460 Seiten
kt.