Das Humboldt-Tier
Der großspurige Forscher Alexander Humboldt entdeckt im südamerikanischen Dschungel 1801 nicht nur eine Rauch ausstoßende Mumie, sondern ebenso ein skurriles, gelbschwarz gestreiftes Tier mit unendlich langem Schwanz. Die schlafende Kreatur erwacht
im weihnachtlichen Berlin des Jahres 1931. Zufällig begegnet es dem Mädchen Mimmi, deren alleinerziehende Mutter sich zahlreichen Anfeindungen ausgesetzt sieht. Auf der Suche nach seinen Eiern richtet das Duo reichlich Chaos an. Nach „Spirou in Berlin“ (BP/mp 19/94) nahm sich Flix ein weiteres Mal der Charaktere aus dem Franquin-Kosmos an. Wieder baute er zahlreiche Anspielungen ein, etwa auf die Mumie aus „Tim & Struppi“, den Strip „Vater & Sohn“ oder Wim Wenders „Der Himmel über Berlin“. Der manchmal schwarze Humor mit Spitzen etwa auf die sich formierenden Nationalsozialisten richtet sich neben allem Slapstick um Marsupilami-Streiche eher an ältere Kinder. Obwohl die Konstellation an seinen Zeitungsstrip „Glückskind“ (zuletzt: BP/mp 22/460) erinnert, gelingt Flix erneut eine bemerkenswerte Hommage mit eigener Handschrift. Für alle Bestände.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Humboldt-Tier
Text und Zeichnungen: Flix
Carlsen (2022)
69 Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10