Die Grimm Brothers
Lucky Luke begleitet die Brüder Grimm auf einer Lesereise durch den US-Westen, wo sie in Saloons und Kirchen mit ihren Märchen auf Desinteresse und Widerstand stoßen. Erst als sie sich an Ma Dalton wenden, die ihrerseits Märchen über ihre angeblich
anständigen Söhne auftischt, wendet sich das Blatt. Während Lucky Luke hier als Finsterling gebrandmarkt wird, zeigen sich die kriminellen Brüder über ihr angebliches Saubermann-Image wenig erfreut. Nachdem Zeichner Flix schon das Marsupilami und Spirou nach Deutschland versetzte, verfrachtet er als Autor mit den Brüdern Grimm zwei hiesige Ikonen in den Wilden Westen. Sein Spiel mit Märchen- und Westernklischees wartet mit vielen Zitaten und Gags auf, wobei die Fehde mit Hans-Christian Andersen etwas überstrapaziert wird. Der sonst auf realistische (Musiker-)Biografien abonnierte Reinhard Kleist setzt auf einen reduziert-lakonischen Stil, der an den frühen Strich des Lucky Luke-Schöpfers Morris erinnert. Ein witziger Einfall liegt auch im Eigenzitat mit Jesse James im Look von Düster-Rocker Nick Cave, dem Kleist schon einen Band widmete (BP/mp 18/473). Empfehlenswert für alle Bestände.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Grimm Brothers
Text: Flix ; Zeichnungen: Reinhard Kleist
Egmont (2026)
Lucky Luke : Hommage ; 8
46 Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 13