Jahre zwischen Hund und Wolf
Hardy, Ende 50, hat sich in der Normandie ein beschauliches Leben aufgebaut. Tagsüber zeichnet er für eine beliebte Graphic-Novel-Reihe, seine Freizeit verbringt er mit seiner Partnerin Aîné oder dem chauvinistischen Dorfpolizisten Vincent. Dann
beschert ihm eine Einladung zu einer Beerdigung in Deutschland plötzlich nicht nur einen ältlichen Hund als unerwartetes Erbe, sondern weckt vergessene Erinnerungen an ein romantisches Abenteuer in seiner Jugend. Doch auch in der Gegenwart sieht sich Hardy amourösen Herausforderungen ausgesetzt und erregt schließlich sogar die Aufmerksamkeit einer Stalkerin. Als diese kurzerhand ihren Jahresurlaub nimmt und sich in seinem Dorf einquartiert, muss die ganze Gemeinschaft anpacken, um Hardy vor ihren Avancen zu retten. – Der Roman begleitet Hardy und sein soziales Umfeld über mehrere Jahre, durch Pandemie und Pensionierungen bis hin zu einem 60. Geburtstag. Die Höhen und Tiefen ihres Alltags werden dabei über weite Teile von einem humoristischen Unterton getragen, der sich bisweilen ins bewusst Absurde steigert. Ab mittleren Beständen zu empfehlen.
Marlene Knörr
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Jahre zwischen Hund und Wolf
Henning Ahrens
Klett-Cotta (2025)
380 Seiten
fest geb.