Das Feuer retten
In aller Härte erzählt der verurteilte Mörder José sein Leben zwischen den brutal agierenden Drogenkartellen und den nicht minder brutalen staatlichen Organen Mexikos - letztlich das, was ihn ins Gefängnis gebracht hat. In einem parallelen Erzählstrang
engagiert sich Marina, Inhaberin einer Tanzschule und sozusagen Mitglied der wohlbehüteten mexikanischen Mittelschicht, dafür, Häftlingen Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen. Dabei lernen sie sich kennen und Welten stoßen aufeinander. - Ganz schön heftiger Tobak, den der Autor hier vorsetzt. Man merkt seinem Stil an, dass er schon viele Drehbücher geschrieben hat. Im Grunde geht es um die Entrechtung von sozialen Gruppen (hier: die indigenen Einwohner Mexikos) und die wachsende Gewaltbereitschaft der mexikanischen Gesellschaft. Das ist beileibe nichts zum "Einfach so weglesen", es lohnt sich aber, sich darauf einzulassen.
Thomas Oberholthaus
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Feuer retten
Guillermo Arriaga ; aus dem Spanischen von Matthias Strobel
Klett-Cotta (2022)
800 Seiten
fest geb.