Die Halbwertszeit der Liebe

Margarete Dorn, 45 und erfolgreiche Schönheitschirurgin in Zürich, isst wenig und trinkt viel. Nach eigener Einschätzung ist sie sexuell völlig gefühllos. Entsprechend kühl und rational schaut sie auf Männer, schätzt professionell und beiläufig Die Halbwertszeit der Liebe ihr Bauchfett und Form des Geschlechts ein. Auf einem Kongress trifft sie Professor Heinrich und beschließt, ihn zu lieben. Bald lädt dieser sie nach St. Moritz ein, wo er, eifersüchtig, von ihr einen besonderen Liebesbeweis verlangt. Margarete lässt sich darauf ein, behält aber die Oberhand. "Dass meine Demut IHN entmündigt, entzieht sich seiner Vorstellungskraft" (S. 123). Bei einer Bergwanderung zu dritt beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen ... - Dieser novellenartige Roman ist trotz einer Fülle pornografischen Beschreibungen nicht schlüpfrig, sondern von abgeklärter Distanz, die hervorragend zur vermeintlich zerbrechlichen Protagonistin passt. Das ist außergewöhnlich und erfrischend zu lesen, wird aber polarisieren. Daher nur aufgeschlossenen Leserinnen und unerschrockenen KÖBs empfohlen.

Barbara Sckell

Barbara Sckell

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Halbwertszeit der Liebe

Die Halbwertszeit der Liebe

Corinna T. Sievers
Frankfurter Verl.-Anst. (2016)

222 S.
fest geb.

MedienNr.: 585003
ISBN 978-3-627-00225-1
9783627002251
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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