Der Rest der Nacht
Ein junger Mann kommt zurück in seinen Heimatort, eine namenlose Stadt, die von einer großen Zigarettenpapierfabrik beherrscht wird, räumt das Haus seines Vaters und plant, einen Mord zu begehen, wofür er alles vorbereitet hat. In dieser Zeit wohnt
er als einziger Gast in einem Hotel, das wie die Handlung immer brüchiger wird, und besucht sein Opfer, eine ältere offensichtlich demente Dame, in verschiedenen Gestalten. Martin Becker erzählt diese Geschichte wie beiläufig. Der Leser begleitet den jungen Mann in geradezu kafkaesken Ereignissen und Handlungen, deren Hintergründe nie ganz klar werden, und begegnet skurrilen Personen in ebensolchen Situationen. In Rückblenden greift der Autor auf die Zeit vor einem Jahr zurück, als der Vater gestorben ist und der junge Mann immer wieder mit seinem früheren Leben konfrontiert wird. - Für interessierte Leser und ausgebaute Bestände empfohlen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Rest der Nacht
Martin Becker
Luchterhand (2014)
206 S.
fest geb.