Als meine Welt zerbrach
Der britische Autor mit pakistanischer Migrationsgeschichte ist bekannt geworden mit dem autobiografisch inspirierten Roman “Der Buddha aus der Vorstadt”, aber auch mit Drehbüchern für Stephen Frears (“Mein wunderbarer Waschsalon” und “Sammy
und Rosie tun es”). Sein neues Buch ist eindeutig autobiografisch. An Weihnachten 2022 stürzt er beim Spazierengehen in Rom so schwer, dass Lähmungen ihn zu einem langen Krankenhausaufenthalt zwingen. Ans Bett gefesselt, kann sein Körper sich zwar kaum bewegen, aber seine Gedanken pulsieren dafür umso mehr. Seine italienische Frau und seine drei Söhne wechseln sich darin ab, alles zu notieren, was er diktiert. Mit der Leichtigkeit und dem Sarkasmus seiner Romane äußert er sich zu einem weiten Spektrum von Themen. Mal zu persönlichen Dingen, aber oft auch zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen, etwa Fundamentalismus, Rassismus und Cancel Culture. Mitunter fühlt man sich erinnert an “Knife”, den autobiografischen Text seines Freundes Salman Rushdie. – Ein in vielerlei Hinsicht starkes und Mut machendes Buch, dem viele Leser zu wünschen sind.
Dietmar Adam
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Als meine Welt zerbrach
Hanif Kureishi ; aus dem Englischen von Cornelius Reiber
Luchterhand (2025)
285 Seiten
fest geb.