in Sünde töten
Karl lebt mit seinem Vater in einem heruntergekommenen Haus. Allmählich freundet sich der Junge mit ihrem neuen Nachbarn an und lernt über ihn manches über die Kunst des Zeichnens. Bald breitet der Nachbar, der früher als Soldat auf dem Schlachtfeld
Menschen tötete, seine Vergangenheit aus. Auch über seine Eltern erfährt der als Kellner jobbende Junge unangenehme Hintergründe. Früher kämpften beide als Rebellen im Untergrund gegen die Regierung, was die Mutter schließlich das Leben kostete. Was wie in „No Man Manila“ als Hommage an die Kunst des Zeichnens beginnt, enthüllt im Verlauf langsam Verbindungen der Familie zur Geschichte Manilas und wandelt sich zum düsteren Psychokrimi. In reduzierter, oft skizzenhafter Grafik unter Einsatz der Farbe Dunkelgrün etwa bei Nachtszenen schneidet die vielschichtige Graphic Novel mit surrealen Traumsequenzen Themen wie Schuld, Sühne, Wahrheitssuche und Vergangenheitsbewältigung an. Für größere Bestände ein Tipp.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
in Sünde töten
geschrieben und gezeichnet von Randy Valiente ; übersetzt von Jens R. Nielsen
Dantes Verlag (2025)
202 Seiten : farbig
kt.