Schneeflockensommer
Die vierzehnjährige Marie wurde jahrelang von ihrer jüngeren Schwester drangsaliert und angeschwärzt und darauf hin von ihrer Mutter ständig ungerechtfertigt brutal bestraft. Eines Tages rastet sie aus und verletzt dabei ihre Schwester lebensbedrohlich.
Entsetzt über sich selbst und voll panischer Angst vor der folgenden Bestrafung flieht sie aus ihrem Dorf. - Diese Vorgeschichte erfährt man erst auf den letzten Seiten des Buchs. - Marie kommt in einer einsamen Hütte bei einer verwahrlosten schrulligen Frau unter und versucht hier ihre Vergangenheit zu verarbeiten. Die Geschichte ist zwar leicht zu lesen, aber nur schwer zu verstehen. Das zunächst unverständliche Verhalten von Marie, der Zwiespalt zwischen den fast mittelalterlichen Verhältnissen in der Waldhütte und der Jetztzeit und die spröde Erzählweise verlangen von den jungen Lesern ziemliche Beharrlichkeit und Konzentration, um das Ende der Geschichte (den Anfang) zu erfahren. Für geübte Leseratten ab 14 Jahren ist das Buch aber dennoch zu empfehlen.
Emily Greschner
rezensiert für den Borromäusverein.
Schneeflockensommer
Barbara Schinko
Tyrolia-Verl. (2015)
156 S. : Ill.
fest geb.