Es ist nie zu spät für ein sinnerfülltes Leben
Die wohl bekannteste Viktor-Frankl-Schülerin (zuletzt besprochen: "Trotzdem Ja zum Altsein sagen", BP/mp 25/1058) und der 1984 geborene Familien- und Suchttherapeut stellen hier die Denkweisen, Methoden und Möglichkeiten der Logotherapie vor. Diese
Therapieschule unterscheidet sich fundamental vor allem von der Psychoanalyse nach Freud. Der Logotherapie geht es vor allem darum, Menschen zu befähigen, ihrem Leben einen Sinn und dadurch eine Wende zum Positiven zu geben und so psychisch zu gesunden. Es kann ungeheuer befreiend sein, sich nicht länger hilflos als bloßes "Produkt von Erbgut und Erziehungsmilieu" (S. 65) zu betrachten. Die beiden erfahrenen Therapeuten liefern in ihrem Gespräch zahlreiche beeindruckende Beispiele, verschweigen freilich auch nicht, dass die Logotherapie nicht bei allen Patienten geeignet oder erfolgreich ist. Obgleich man aus dem Dargelegten wertvolle Hinweise und Erkenntnisse ziehen kann, ist das Buch kein Ratgeber, sondern eher eine Hinführung für Interessierte. Der in ausgefeilter Sprache geführte Dialog besteht aus längeren Themenblöcken, für die die beiden Koautoren gegenseitig als Stichwortgeber fungieren. Gerne empfohlen ab mittleren Beständen.
Monika Graf
rezensiert für den Borromäusverein.
Es ist nie zu spät für ein sinnerfülltes Leben
Elisabeth Lukas, Valentin F. Oppl
Tyrolia-Verlag (2026)
197 Seiten
fest geb.