Das Nachtkind

Für das Kind ist die Nacht eine schwierige Zeit: die Dunkelheit, die fremden Geräusche und die Einsamkeit sind bedrückend. Von einer Katze wird das Kind in ein fremdes Haus gelockt. Der Katze geht es nachts ähnlich wie dem Kind. Die beiden tauschen Das Nachtkind sich über ihre Ängste aus und verhelfen sich zum Schlaf. Aber diese Treffen finden ein jähes Ende ... Die Schlafenszeit ist für manche Kinder mit unguten Gefühlen verbunden: es ist wohl vor allem die Dunkelheit, die sie ihrer Einsamkeit bewusst werden lässt. - Dieses Bilderbuch vermittelt sehr anschaulich, was in dem Kind vorgeht: es scheint gerade in der Nacht die Fremdheit der Welt besonders intensiv zu empfinden und es lernt in der Katze ein Wesen kennen, das dieses Befremden spiegelt. Doch bei der Betrachtung des Buches werden auch Fragen auftauchen: warum wendet sich das Kind in seiner Angst nicht an seine Eltern? Hat es auch bei Tag keinen Freund, dem es sich anvertrauen kann? Insofern ist dies auch eine Geschichte voller Rätsel, über die bei der Lektüre gesprochen werden kann. Der spröde Text und die atmosphärisch so dichten Bilder laden dazu ein, die Empfindsamkeit des Kindes zu teilen. Vielleicht wird sich manch einer der jungen Betrachter:innen wiedererkennen und sich den ambivalenten Gefühlen der Nacht gegenüber stellen können.

Dominique Moldehn

Dominique Moldehn

rezensiert für den Borromäusverein.

Das Nachtkind

Das Nachtkind

Armin Kaster ; Sabine Rufener
Jungbrunnen (2024)

[32] Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 618627
ISBN 978-3-7026-5990-5
9783702659905
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 4
Systematik: KK
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