Es geht ja bloß um den Rest meines Lebens
Die siebzehnjährige Elisa aus der Brandenburgischen Provinz steht kurz vor dem schriftlichen Abitur. Zuerst sind noch die Vorprüfungen zu meistern und Elisa weiß, was von ihr erwartet wird: Leistung. Als einziges Kind eines Lehrerpaares - die Mutter
ist zudem Schulleiterin an Elisas Gymnasium - steht sie permanent unter kritischer Beobachtung. Die Anforderungen sind hoch, die Nerven liegen blank. Während einer Chemie-Klausur wird Elisa von Herzrasen, Schweißausbrüchen und Schwindel praktisch gelähmt. Sie versteht nicht, was mit ihrem Körper los ist, kann die Symptome der Panikattacke nicht einordnen und verstrickt sich in ein Lügengeflecht, um ihren Zustand zu verschleiern. Erst nach und nach und mit der verständnisvollen Unterstützung ihres Freundes Leo lernt sie, die Angststörung und Depression zu akzeptieren, sich der Krankheit zu stellen und die Notwendigkeit einer Therapie zu begreifen. Offen, ehrlich und einfühlsam zeigt die Autorin nicht nur die Sorgen und Nöte einer jungen Frau, sondern auch das Lebensgefühl einer jungen Generation an der Schwelle des Erwachsenwerdens. Für alle Bestände sehr zu empfehlen.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Es geht ja bloß um den Rest meines Lebens
Anne Hoffmann
magellan (2021)
287 Seiten
fest geb.