Matei entdeckt die Freiheit

Nach dem Sturz der Diktatur in Rumänien Anfang der 1990er-Jahre, trifft Matei in einem Bus in Bukarest zufällig auf Leutnant Pana, der Matei nach dessen Festnahme 1956 gefoltert hat. Acht Jahre saß Matei damals in einer der Strafkolonien dafür, Matei entdeckt die Freiheit dass er sich in Gedichten für mehr Freiheit einsetzte. Trotz der Liebe Monicas, die ihn nach der Haft bei sich aufnahm und ihm eine Stelle als Sargmacher besorgte, gab Matei seine alten Träume, Dichter zu werden, auf und fügte sich phlegmatisch in ein unauffälliges Leben. Als nun die Demokratie in Rumänien aufzublühen beginnt, wartet er vergeblich auf Gerechtigkeit. Da er mehr und mehr die Hoffnung verliert, beschließt Matei, selbst für Gerechtigkeit zu sorgen und sperrt Pana in ein selbst gebautes Gefängnis. In seinem Roman lässt Florescu die brutale Welt der rumänischen Straflager wiederaufleben. Einfühlsam beschreibt er die Grausamkeit, die Demütigungen und die Rücksichtslosigkeit der damaligen Diktatur, die versprach, das Land in ein 'goldenes Zeitalter' zu führen. Doch auch der moralische Verfall der Gesellschaft wird analysiert. Denunziationen, Hunger und Armut bestimmten den Alltag. Und dennoch blieb auch in jener Zeit ein Funken Hoffnung, dort wo Solidarität und Liebe herrschten.

Walter Brunhuber

Walter Brunhuber

rezensiert für den Borromäusverein.

Matei entdeckt die Freiheit

Matei entdeckt die Freiheit

Catalin Dorian Florescu
Rowohlt Berlin (2026)

285 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 625472
ISBN 978-3-7371-0240-7
9783737102407
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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