Die furchtlose Frieda und die geraubten Prinzen
Das Herz von Königin Adelheit ist tonnenschwer: Ihr Sohn wurde von der entsetzlichen Riesin Grauseldis entführt – wie schon Dutzende Prinzen vor ihm. Eine sagenhafte Summe Gold verspricht die Königin demjenigen, der den jungen Adeligen befreit.
Ritterin Frieda Ohnefurch in ihrer roten Rüstung nimmt den Auftrag an, schwingt sich aufs Pferd, überwindet den fünfköpfigen Wachhund der Riesin und bezwingt Grauseldis. Ihre pfiffige „Waffe“: eine kleine Spinne. Schon auf den ersten Seiten dieses zauberhaften Bilderbuchs der berühmten Autorin muss man schmunzeln, wenn man die beleibte Grauseldis auf ihre Burg zustapfen sieht, während in ihrer Handtasche winzige Prinzen zappeln. Die Heiterkeit zieht sich durch die ganze Märchenparodie, welche zugleich wertvolle Botschaften vermittelt, wie z.B.: Eine junge Frau verhindert mit Köpfchen weitere Katastrophen, kommt ganz ohne Gewalt aus und heiratet den, den sie will. Mindestens ebenso witzig wie der Text, der bewusst mit klassischen Rollenbildern bricht, sind die Illustrationen. Sie spielen mit Perspektiven und einem pfiffigen Layout und zeigen auf ebenso humorvolle wie einprägsame Weise, dass man nicht riesengroß sein muss, um Monster zu besiegen. Ritterin Frieda ist ein Rollenmodell für Buben und Mädchen gleichermaßen und ein Muss für jede Bücherei!
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die furchtlose Frieda und die geraubten Prinzen
Cornelia Funke ; Illustrationen: Annette Swoboda
Loewe (2026)
[32] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4