Plötzlich Werwolf
Fynn will fliehen. Es gefällt ihm keine Sekunde in diesem Internat. Seitdem er von einem Werwolf gebissen wurde und ihn seine Eltern in die „Nightmore Academy“ geschickt haben, hat er nur einen Gedanken: Weg von hier. Doch das Internat ist gesichert:
ein Burggraben mit Krokodilen. Dank seiner minutiösen Planung gelingt es ihm, diese zu überlisten. Doch nun läuft er der Direktorin geradewegs in die Arme. Super! Nun fliegt er bestimmt von der Schule – denn Strafe muss sein, so denkt er. Doch leider kommt es anders als er erwartet, und er muss zur Strafe die Höhle des Beithirs sauber machen. Er weiß weder, wo die Höhle ist, noch was ein Beithir ist. Es trifft sich gut, das Sinista, eine Dämonin, die Fynn vor dem Büro der Rektorin getroffen hat, die gleiche Strafe bekommt und das nicht zum ersten Mal. Sie bietet ihm an, ihm zur Flucht zu verhelfen und sie schließen einen Pakt. Doch kann man einer Dämonin glauben? – Die Handlung geht sofort rasant los und man erfährt erst nach und nach, wer Fynn ist und warum er in „Nightmore“ ist, dort wieder wegwill und lieber bei seiner Familie sein möchte. Dominiert am Anfang der Geschichte noch der Mensch in Fynn, so entwickelt er sich im Lauf der Handlung immer mehr auch innerlich zu einem Werwolf. Dass er sich nie wieder ganz als Mensch zurückverwandeln kann, gilt im Internat als Behinderung und erschwert seine Integration. Der Gruselfaktor und die Spannungsbögen sind dem Alter der Leserschaft angemessen und werden durch die Schwarz-Weiß-Zeichnungen unterstützt, auch der Humor kommt nicht zu kurz. Die Lautsprache der englischen Ausdrücke erleichtert es Leseanfängern, diese zu lesen und auszusprechen.
Angela Hagen
rezensiert für den Borromäusverein.
Plötzlich Werwolf
Vanessa Walder ; illustriert von Philipp Ach
Loewe (2025)
Nightmore - Das gruseligste Internat der Welt ; Band 1
103 Seiten : zahlreiche Illustrationen, Karte
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 7