Mein größtes Glück
Ich-Erzählerin Georgina lebt mit ihrem kleinen Bruder in bitterer Armut, obdachlos in einem alten Auto hausend und peinlich darauf bedacht, dass ihre Mitschüler und andere diese Schmach nicht mitbekommen. Das ist schwierig, weil ihr Äußeres immer
mehr verwahrlost. Ihre Mutter rackert sich mit zwei schlecht bezahlten Jobs ab und kann eine Wohnungsmiete nicht bezahlen. Als Georgina herausfindet, dass für einen entlaufenen Hund ein hoher Finderlohn winkt, fasst sie einen Plan. Sie entführt einen kleinen Hund. Doch beim Warten auf den Finderlohn findet sie heraus, dass die Besitzerin überhaupt nicht reich ist und sehr unglücklich über das Verschwinden ihres geliebten Hundes. Die Lage wird immer desolater, bis Mookie mit seinem klapprigen Fahrrad auftaucht. Obdachlos und mit viel Lebensweisheit, z.B. dass die Spuren, die man hinterlässt, wichtiger sind als der Pfad vor den Füßen – und das Sch... umso mehr stinkt, je mehr man darin rührt. Schließlich bringt sie den kleinen Hund ihrer überglücklichen Besitzerin zurück und ihre Mutter findet eine Wohnung. – Die Leser erfahren viel darüber, wie bedrückend Armut sein kann, vor allem wenn Mitmenschen nicht die Gründe dahinter sehen. Und sie erfahren, dass ein falscher Weg nicht zu einem guten Ende führen kann.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Mein größtes Glück
Barbara O'Connor ; aus dem Englischen von Alexandra Ernst
Loewe (2026)
189 Seiten : Illustration
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10