Die Künstlerin von Rom
Nachdem Delia die Bildhauerei bei ihrem Vater gelernt hat, verlässt sie Esslingen unter dem Vorwand, sich in ein Kloster begeben zu wollen. Tatsächlich will sie der arrangierten Ehe mit einem unliebsamen Kollegen ihres verstorbenen Vaters entgehen.
1508 reist sie, als Mann verkleidet und unter dem Namen Dario, nach Rom, wo sie ihren mit dem Vater zerstrittenen Bruder zu finden hofft, damit er die elterliche Werkstatt übernimmt und sie selbst dort mitarbeiten lässt. Auf ihrer Reise begegnet Delia/Dario dem jungen Leibarzt des Papstes, Fabio. Obwohl sie sich ineinander verlieben, kommen sie sich nur langsam näher. Mit Fabios Hilfe lernt sie nicht nur den Papst persönlich, sondern auch Michelangelo kennen, der in ihr eine begabte Künstlerin und Seelenverwandte sieht und sie bei der Arbeit in der Sixtinischen Kapelle mitwirken lässt. – Die Dynamik dieses Romans rührt u. a. daher, dass Rosenberger neben der Haupthandlung auch über das soziale Leben in Rom und im Vatikan erzählt, wo Geistliche mit Gauklern und Verbrechern gemeinsame Ränke schmieden. Das eher triviale Happy End macht die Autorin mit der nachvollziehbaren Beschreibung der inneren Konflikte ihrer Charaktere und einer spannenden Story wett.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Künstlerin von Rom
Pia Rosenberger
aufbau taschenbuch (2025)
522 Seiten
kt.