Am Fluss der Zeiten
1551 lebt Elze mit ihrer Familie und Tante Stine als Eigenbehörige (in Westfalen eine besonders enge Abhängigkeit vom Grundherrn) auf dem Kamulenhof. Stine hat als Dienstmagd unter den Täufern in Münster Schreckliches erlebt und ist etwas sonderbar.
In der Nähe des Hofes steht die Burg Kakesbeck, auf der seit Jahren ein böser Fluch liegt. Bei einem ihrer Besuche auf der Burg lernt sie Jakob, den Sohn des Müllers, kennen und mögen. Als sie ihren Gesindedienst bei einem Domherrn in Münster ableisten muss, hat sie große Angst, dass ihr dasselbe passiert wie Stine, außerdem war sie noch nie von ihrer Familie getrennt. Doch ihre Angst ist unbegründet bis zu dem Zeitpunkt, da sie mit einem anderen Mädchen getauscht wird. Fortan muss sie ihren Dienst als Küchenmädchen auf der Burg Kakesbeck verrichten. Hier trifft sie Jakob wieder. Der Auftakt des Mehrteilers um Elzes hartes und entbehrungsreiches Leben ist sehr gelungen, das Glossar und die Personenliste sind hilfreich. Sehr zu empfehlen.
Pia Jäger
rezensiert für den Borromäusverein.
Am Fluss der Zeiten
Ulrike Renk
Lübbe (2024)
542 Seiten
fest geb.