Papierkinder

Anlässlich der Vorbereitung auf die 100-Jahr-Feier der „Genfer Erklärung der Kinderrechte“ lässt Kröhn die Leiterin einer Jugendgruppe von Frauen erzählen, die die Rechte von Kindern eingefordert haben. Im ersten Teil geht es um Emma Döltz, Papierkinder die sich mit der fiktiven Mathilde anfreundet, als die beiden Achtjährigen einen Säugling vor dem Hungertod retten. Später kann Mathilde ihre eigenen Kinder kaum schützen: ihr Mann trinkt und prügelt die Kinder zur Arbeit. Nach dem Tod ihres Ältesten wirft Mathilde ihren Mann aus dem Haus. Als sie ihre Tochter Marianne zur Adoption freigibt, verlässt auch ihre Tochter Ida Mathilde. Zusammen mit Emma kämpft Mathilde nun für die Rechte von Kindern. Auch ihre Töchter schließen sich diesem Kampf an: Ida arbeitet mit der Montessori-Pädagogin Clara Grunwald zusammen (zweiter Teil), Marianne mit Eglantyne Jebb, der Wegbereiterin der „UN-Kinderrechtskonvention“ (dritter Teil). Ein gut recherchierter Roman, den Kröhn mit ihren sensibel gezeichneten Figuren, auch mit Blick auf die politisch-soziale Situation der Zeit, realistisch erzählt. Durch Originalzitate und Auszüge aus Gedichten von Emma Döltz unterstreicht Kröhn die Nähe zu ihren historischen Figuren.

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Papierkinder

Papierkinder

Julia Kröhn
blanvalet (2023)

557 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 616033
ISBN 978-3-7645-0836-4
9783764508364
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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