Tatort Trelleborg
Gunni Hilding ist 1989 als Schutzpolizistin vor Ort, als der verschwundene 8-jährige Robin in der Nähe von Trelleborg tot aufgefunden wird. Ihr beherztes Agieren am Tatort führt dazu, dass sie vom Dezernat für Gewaltverbrechen angeworben wird.
Darauf ist sie zwar stolz, aber wegen ihrer abgeschotteten Kindheit hadert sie mit ihrer neuen Aufgabe. Gunnis Familie gehört nämlich den Zeugen Jehovas an. Als Teenager ist Gunni aus der Gemeinde ausgeschlossen und von ihren Eltern verstoßen worden. Seitdem lebt sie sehr zurückgezogen und nur gelegentlich gelingt es ihr, mit ihrer jüngeren Schwester Kontakt aufzunehmen. Im Fall Robin hat sie den Eindruck, dass das Ermittlungsteam nicht sauber arbeitet. Insbesondere das Ergebnis einer Tatortbegehung mit einem Psychologen kommt ihr befremdlich vor. Fünf Jahre später kommt es in der Nähe zu einem ähnlichen Mord. Nur in Gunnis Augen zeigt der Fall deutliche Parallelen zum Fall Robin auf. – Im ersten Teil seiner neuen Reihe „Tatort Trelleborg“ besticht der frühere Psychologielehrer Edvardsson (zul. „Dunkelkaltes Schweigen, BP/mp 24/965) durch seine einfühlsamen Porträts von Personen, die von traumatischen Erfahrungen und schwierigen Familienverhältnissen gezeichnet sind, während die Beschreibung der Ermittlungsarbeit recht langatmig ist. Der gelungene Cliffhanger weckt die Neugierde darauf, wie es mit Gunni und ihrer Familie weitergeht. In Schweden wurden bereits zwei weiteren Folgen der Reihe herausgegeben.
Maria Holgersson
rezensiert für den Borromäusverein.
Tatort Trelleborg
Mattias Edvardsson ; Deutsch von Annika Krummacher
blanvalet (2026)
397 Seiten : Karte
kt.