Dunkelkaltes Schweigen
Amanda ist ein hübsches Mädchen, das sehr wenig Selbstwertgefühl hat. Als sie mit Niko zusammenkommt, muss er sie überzeugen, dass er nicht nur wegen ihres Äußeren mit ihr liiert ist. Obwohl ihm das gelingt, trennen sich die beiden. Beider Eltern
sind erleichtert über die Trennung. Die Familien könnten nämlich unterschiedlicher nicht sein. Nur ganz so einfach ist es nicht. Spätestens als Amanda tot im Meer gefunden wird, müssen sich alle mit sich und ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Wer schuld am Tod von Amanda ist, ist nicht so vorhersehbar, wie es zu Beginn scheinen mag. – Das Buch lebt von Zeitsprüngen, die klar in den Kapitelüberschriften erkennbar sind. Der Autor spielt mit der Angst eines jeden, dass aus dem alltäglichen Leben ein unerträglicher Zustand wird. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Alles muss hinterfragt werden. Dies gelingt auf einer emotionalen Ebene, die sehr ergreifend ist. Niemand möchte sein Kind verlieren und niemand möchte, dass das eigene Kind des Mordes verdächtigt wird. Wer auf Spannung beim Lesen nicht verzichten möchte, ist hier genau richtig.
Corinna Meierhöfer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Dunkelkaltes Schweigen
Mattias Edvardsson ; Deutsch von Annika Krummacher
Limes (2024)
415 Seiten : Illustration
kt.