Egal war gestern
Finn und sein Freund Lennard sind begeistert dabei, wenn sie witzige Ideen in witzigen Videoclips verwirklichen und auf ihrem SoMe-Account veröffentlichen. Natürlich geht es dabei um den Wettstreit, wer die meisten Clicks und Likes bekommt. Doch
dann gerät Finn ins Visier der rechtsradikalen Clique an seiner Schule, als er für eine Mitschülerin mit afrikanischen Wurzeln eintritt. Von widerlicher Hetze bis zu offenen Drohungen reichen die Kommentare. Die Situation eskaliert, als Finns Vater – Lehrer an der gleichen Schule – die rassistischen Umtriebe öffentlich anprangert. Als bei der Bürgermeisterwahl der Kandidat der rechtspopulistischen Partei gewinnt, wird die Situation für Finn und seine Familie völlig unerträglich. Doch es gibt auch diejenigen, die beginnen, ein alternatives Netzwerk zu bilden und sich gegenseitig offen zu unterstützen. Das wird in diesem spannenden Roman als die beste Methode dargestellt, um sich gegen die brutalen Methoden rechter Schlägertruppen zu wehren. – Nicht wegschauen und Stellung beziehen lautet die Botschaft dieses auch als Klassenlektüre geeigneten Buches.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Egal war gestern
Jörg Isermeyer
Peter Hammer Verlag (2024)
203 Seiten
kt.