Gott und Staat

Spätestens der russische Überfall auf die Ukraine und der Krieg im Nahen und Mittleren Osten haben der Frage nach dem gerechten Krieg eine unabweisbare Aktualität gegeben. Der Moraltheologe Peter Schallenberg trägt dazu eine Rückbesinnung auf Gott und Staat die Lehre des hl. Augustinus vom Gottesstaat, also von den Zwei Reichen, bei, in der eine nur irdische, auf das Vermeiden größerer Übel ausgerichtete Gerechtigkeit des Staates – anwendbar sowohl auf das Verhältnis zwischen Einzelpersonen als auch zwischen Völkern oder sozialen Gruppen – unterschieden wird von einer Gerechtigkeit, die sich an der grenzenlosen Güte und Liebe Gottes orientiert. In dieser Unterscheidung, so zeigt es der Autor auf, öffnet sich der Raum für das spezifisch Christliche, das der im Kreislauf der Gewalt gefangenen Menschheit eine Vorahnung ihrer Vollendung in und durch Gott mitteilen kann. Freilich ist dieser Impuls auf eine vollendete Welt hin nur möglich, wenn Gott, wie bei Augustinus geschehen, als innere, bereits in der Schöpfung grundgelegte Wirklichkeit des Menschen wiederentdeckt wird. – In sehr behutsamen, immer die großen Züge augustinischer Lehre beachtenden Interpretationen gelingt es Schallenberg, den tiefen Graben, der die Gedankenwelt Augustins von der des modernen Menschen trennt, zu überbrücken. Und es wird deutlich, dass erst eine christliche Sozialethik rein säkulare Ordnungs- und Rechtsstrukturen stabilisieren und optimieren kann. Für größere Bestände empfehlenswert.

Richard Niedermeier

Richard Niedermeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Gott und Staat

Gott und Staat

Peter Schallenberg
Verlag Friedrich Pustet (2026)

124 Seiten
kt.

MedienNr.: 625581
ISBN 978-3-7917-3610-5
9783791736105
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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