Erkenntnisse eines Tankwarts
Beauvoire ist Tankwart am Stadtrand von Paris. Doch der junge Mann, der sich die Zeit in seiner Tankstelle damit vertreibt, eigene Fotoausstellungen zu präsentieren, mit exaltierten Freunden zu telefonieren, künstlerisch wertvolle Filme anzuschauen
und über Literatur, Gott und die Welt nachzudenken ist viel mehr als ein Benzinzapfer - er ist Soziologe und Detektiv, Philosoph und Liebhaber. Seine Tanke ist Treffpunkt von menschlichen Charakteren jeglicher Couleur. Und als eine mysteriöse Asiatin mit ihrem Fahrrad auftaucht, ist es um Beauvoire geschehen. - Das Romandebüt Alexandre Labruffes ist ein schmales, doch ungemein inhaltsreiches Buch, bei dessen Lektüre einem mehr als einmal Bilder existentialistischer Filme in den Sinn kommen. Mit viel subtilem Humor, einem ausgeprägten Sprachgefühl und einem großen Schuss Poesie beschreibt der Autor die Welt des Protagonisten und verbindet damit gleichzeitig eine ganze Menge Sozial- und Kulturkritik. Mit "Erkenntnisse eines Tankwarts" hat Labruffe ein echtes literarisches Kleinod geschrieben. Sehr zu empfehlen.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Erkenntnisse eines Tankwarts
Alexandre Labruffe ; aus dem Französischen von Cornelius Wüllenkemper
Verlag Klaus Wagenbach (2023)
138 Seiten : Illustration
fest geb.