Welt in Flammen
Die deutschen Truppen sind bereits weit in Frankreich vorgedrungen und in Paris greift die Angst um sich. Wer also eine Passage für die letzte Fahrt des legendären, mondänen Simplon Orient Express ergattert hat, darf hoffen, dem Kriegschaos noch
entfliehen zu können. Allerdings ist die Reise durch die verschiedenen Staaten, vor allem durch die Balkanländer, wohl nicht ohne Risiko. Die Reisenden merken aber bald, dass die Gefahren nicht nur von außen, sondern auch im Inneren des Zuges drohen. Da hat sich nämlich eine schicksalhafte Reisegesellschaft an Bord versammelt. Viele Fahrgäste haben einen ganz eigenen Grund, diese Fahrt unter allen Umständen anzutreten. - Das Ganze spielt natürlich vor der Kulisse realer historischer Ereignisse, ist aber sonst größtenteils erfunden. Der Name des Autors ist ein Pseudonym; hinter dem sich ein erfolgreicher deutscher Schriftsteller verbergen soll. Er will sein opulentes Werk nicht als historischen Roman verstanden wissen, sondern als die Schilderung von Ereignissen, die sich so oder ähnlich zugetragen haben könnten. Es ist eine Geschichte, die spannend, leicht lesbar, aber häufig doch recht unwirklich und unrealistisch anmutet. Für ausdauernde Leser kann dieser Schmöker aber sicher gute Urlaubsunterhaltung bieten. Für große Bestände geeignet.
Erwin Wieser
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Welt in Flammen
Benjamin Monferat
Wunderlich (2014)
767 S. : Ill., Kt.
fest geb.