Der Baum der verborgenen Erinnerungen
Nachdem der junge Reito Naoi auf die schiefe Bahn geraten ist, nimmt ihn seine Großtante Chifune, eine erfolgreiche Geschäftsfrau, unter ihre Fittiche. Reito soll sich um einen abgelegenen Shinto-Schrein kümmern, dessen Heiligtum ein uralter Kampferbaum
ist, der innen hohl ist und in dem ausgewählte Pilger Andacht halten dürfen. Chifune ist davon überzeugt, dass die Arbeit im Schrein Reito neuen Halt geben und ihn die Wichtigkeit von Familie, Respekt und Zusammenhalt lehren wird. Reito, der zunächst mit den mystischen Ritualen rund um den Kampferbaum nichts anfangen kann, lernt eines Abends die Tochter eines Pilgers kennen. Sie verdächtigt den Vater, eine Affäre zu haben, und will daher seine Andacht belauschen. Zusammen versuchen sie das Geheimnis des Baumes endlich zu ergründen. – Der ruhig und detailreich erzählte Roman ist eine richtige Wohlfühlgeschichte, gepaart mit ein bisschen Detektivgeschichte und Mystik. Gespannt verfolgt man Reitos und Yumis Geschichte und die Verstrickungen ihrer Familien, die sich nur langsam entfalten. Ein toller Roman zum Schmökern und Entspannen.
Stefanie Simon
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Baum der verborgenen Erinnerungen
Keigo Higashino ; Deutsch von Yukiko Luginbühl
Limes (2025)
492 Seiten : Illustrationen
fest geb.