Die Magie der Gemeinschaft
Die Entwicklung des großen Gehirns und der Intelligenz des Menschen steht evolutiv in engem Zusammenhang mit seinem Sozialleben. Unsere biologische Programmierung zur Kooperation sollte nach Meinung des Verhaltensbiologen und Tierschützers Karsten
Brensing Leitlinie für unseren Umgang mit Tieren und mit künstlicher Intelligenz (KI) sein. So ließe sich das Ziel einer Versöhnung von Natur und Technik sowie von Mensch und Tier erreichen. Die beiden ersten Kapitel beschäftigen sich mit unserem biologischen Erbe und seinen Folgen für unser Denken und Handeln. In der Überforderung durch die vom Menschen geschaffene Komplexität der Welt sieht der Autor das Hauptproblem, das sich womöglich durch eine kluge Nutzung von KI lösen ließe. Damit beschäftigt sich das dritte Kapitel des Buches, in dem technischer Superintelligenz der Rang einer autonomen Persönlichkeit mit (Selbst-)Bewusstsein sowie Rechten und Pflichten zugeschrieben wird. Diese Sichtweise steht in einem gewissen Gegensatz zu den vielen Schwachstellen der KI, die der Autor ebenfalls aufzeigt. Das anregende Sachbuch ist auch durch den Einschub von vielen Beispielen, Anekdoten und Geschichten gut lesbar. Es verdient eine kritische Leserschaft und kann überall eingesetzt werden.
Die Magie der Gemeinschaft
Karsten Brensing
Berlin Verlag (2024)
313 Seiten
fest geb.