Wer hat uns je geliebt?

Zuerst denkt man an einen Krimi: ein Mann stirbt an einem Backgammon-Abend in einer Berliner Kneipe, man kann keinen genauen Grund dafür ausmachen. Der einzige Zeuge ist ein kauziger alter Mann, von dem alle nur den Vornamen kennen: Enki. Die Kommissarin Wer hat uns je geliebt? Lucia Lill will den Fall nicht aufgeben und sucht den Kontakt zu dem schrulligen Einzelgänger, der in einer Wohnung im alten West-Berlin wohnt, die einer längst verstorbenen Frau gehörte, die ihn vor vielen Jahren von der Straße geholt hat. Weitere Akteure in diesem Szenario sind der Pathologe, der zarte Bande zu der Kommissarin knüpft und bei einem Treffen mit ihr schwer verletzt wird, eine Boulevard-Journalistin, ein Psychologe und ein obdachloses Pärchen. Die Handlung ist flott, leicht überdreht mit einer deutlichen surrealistischen Note und könnte gut die Vorlage für einen Kinofilm geben. Wer in ein abgedrehtes Berlin der Nach-Corona-Zeit eintauchen möchte, ist hier gut bedient.

Ruth Titz-Weider

Ruth Titz-Weider

rezensiert für den Borromäusverein.

Wer hat uns je geliebt?

Wer hat uns je geliebt?

Helmut Krausser
Berlin Verlag (2026)

301 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 625592
ISBN 978-3-8270-1532-7
9783827015327
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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