Paul Cézanne
Paul Cézanne verbrachte beinahe sein ganzes Leben in Süd-Frankreich. So gering der Radius seiner Lebensstationen auch war, so immens war die Größe seines künstlerischen Werks. Die Landschaften, Porträts und Stillleben, die er schuf, waren zu
seiner Zeit so ungewöhnlich, dass seine Kunst zunächst abgelehnt wurde. Denn Cézanne brach mit den akademischen Regeln: er verzichtete auf die Zentralperspektive und versuchte seinen "inneren Blick" auf die Dinge wiederzugeben. Dies wird besonders anschaulich bei den Arrangements seiner Stillleben, bei denen die breiten Pinselstriche nebeneinander so aufgetragen werden, dass die Gegenstände gleichzeitig flach und multiperspektivisch wirken. Diese Malerei hatte größten Einfluss auf die ihm nachfolgende Malergeneration. Cézannes künstlerischen Anspruch Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, ist das Ziel dieses Buches. Bis auf die Abbildungen im Zeitstrahl im letzten Kapitel bekommt man nur wenige Gemälde des Künstlers zu sehen, was einerseits ein Manko ist, was andererseits aber auch anregen kann, nach Bildmaterial zu forschen. Die Illustratorin hat sich mit eigenen stilistischen Deutungen zurückgehalten und sich auf szenische Darstellungen konzentriert. Auch der Erzähl-Text handelt die Biografie eher spröde ab, wobei die Übersetzung einige "Stolpersteine" bereithält. Dass die Leser:innen und Betrachter:innen mehrfach aufgefordert werden, sich selbst künstlerisch zu erproben, ist gut gemeint. "Sei wie Cézanne" liest sich als groß gedachter Appell, der vielleicht fruchtet. Für an Kunst interessierte Jugendliche kann diese Monografie ein Türöffner sein.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Paul Cézanne
Text von Amy Guglielmo ; illustriert von Laura Martin ; Übersetzung: Claudia Wagner
Dorling Kindersley Verlag GmbH (2024)
Große Kunstgeschichten
[56] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 8