Ava und der Baum des Lebens
Werden und Vergehen als unveränderbarer Lebenszyklus ist das Thema des vorliegenden Bilderbuches. Vordergründig geht es um die große Eiche, die im Frühling erwacht, einen prachtvollen Sommer erlebt, sich im Herbst zurückzieht und in einem harten
Winter sogar fällt. Der Großvater ist es, der Ava auf den Baum aufmerksam macht und ihr die Zusammenhänge erklärt, und es wird sehr deutlich, dass auch der Opa für das Kind eine Art Eiche ist und sein Leben zu Ende geht. Sein Tod wird nicht thematisiert, nur einmal wird er erkrankt dargestellt, aber der Kontext spricht für sich und aus dem offensichtlich vitalen Opa aus dem Frühling ist am Ende ein geschwächter Greis geworden. Die Illustrationen sind träumerisch schön und in der jeweiligen Farbgebung sehr passend angelegt, auch ohne Worte (sehr ausgiebiger Text, gereimt und auch dadurch manchmal recht schwierig) ist sehr gut zu "lesen", welche Stimmung vorherrscht und was im Laufe der Geschichte passiert. Sie tragen die Botschaft. Ein Trost am Ende: die Eichel, die der Großvater mit Ava eingebuddelt hat, schlägt aus und Ava erlebt ihr Wachsen parallel zu ihrer eigenen Entwicklung, bis sie schließlich ihr eigenes Kind für die Schönheit des Lebens und der Natur sensibilisieren kann. Ein Buch, für das man sich Zeit nehmen muss und das sich aufgrund seiner Komplexität eher für ältere Vorschulkinder anbietet. – Allen Beständen nachdrücklich empfohlen, auch zur Trauerbegleitung geeignet.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Ava und der Baum des Lebens
Text: Lu Fraser ; Illustrationen: Paddy Donnelly ; Übersetzung: Anna Taube
Dorling Kindersley Verlag GmbH (2024)
[48] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4