Fliegen oder fallen
Vier weibliche Hauptpersonen hat dieser Roman, der 1978 in einer Kleinstadt in Ontario am Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms spielt: die 22-jährige Trudy lebt dort mit ihrer Mutter Claire und ihrer vierjährigen Nichte Mercy. Trudys Schwester Tammy, die
Mutter von Mercy, hat sich schon vor Jahren aus dem Staub gemacht. Claire träumt immer noch davon, dass ihre große Liebe Darren, der Vater ihrer Töchter, zu ihr zurückkommt. Trudy will nicht in die gleiche Falle einer frühen Schwangerschaft tappen wie ihre Mutter und hat nach einer Abtreibung der Liebe abgeschworen. Mercy kann sich an ihre Mutter kaum erinnern und vermisst sie auch nicht, denn abwechselnd kümmern sich ihre Oma und ihre Tante um sie: beide arbeiten in der nahegelegenen Nähfabrik, Trudy in der Nachtschicht, Claire tagsüber. Doch dann kommt der Kanadier Jules in die Stadt. Er träumt davon, mit seinem Raketenauto über den zwei Kilometer breiten Sankt-Lorenz-Strom zu fliegen und dadurch viel Geld zu verdienen. Kann der lebensgefährliche Stunt gelingen? Und warum muss Trudy sich ausgerechnet in diesen Mann verlieben, der sein Leben für eine verrückte Idee aufs Spiel setzt? Ein locker-leicht geschriebener Roman mit einzigartigen Frauen, die die Liebe suchen.
Gabriele Güterbock-Rottkord
rezensiert für den Borromäusverein.
Fliegen oder fallen
Missy Marston ; aus dem Englischen von Alexandra Rak
Goya (2022)
283 Seiten : Illustrationen
fest geb.