Mein bester bester Freund
Drei Mal schon hat Olivier Tallec das mal sehr eigensinnige, mal äußerst selbstbewusste Eichhörnchen in den Mittelpunkt seiner hinreißenden Bilderbuchgeschichten gestellt (BP/mp 21/34, 891, 22/921). Nun ist sein diesmal ziemlich schüchterner Held
auf der Suche nach der wahren Freundschaft und einem besten Freund, mit dem er durch dick und dünn gehen kann. Als er den liebenswerten Tok kennenlernt, mit dem man so viele wunderschöne Dinge unternehmen kann und mit dem sich selbst unschöne Momente irgendwie gut anfühlen, glaubt er, endlich am Ziel seiner langen Suche zu sein. Doch dann lernt er Momo und später Günther kennen, die ganz anders sind als Tok, die aber auch beide das Zeug zu einem besten Freund haben. Eichhörnchen hadert mit dieser verwirrenden Situation und weiß nicht, für wen es sich entscheiden soll. – Im Gegensatz zum ein wenig begriffsstutzigen Helden können die kindlichen Betrachter dieser wunderbar stimmigen Bilderbuchgeschichte schon früh erkennen, dass Freundschaft und Loyalität viele Facetten haben und nicht weniger werden, wenn man sie mit mehr als einem Gegenüber teilt. Wieder einmal gelingt es dem französischen Bilderbuchkünstler, die Emotionen seiner sehr individuellen Charaktere erlebbar zu machen. Die ausdruckstarken Illustrationen sind tiefgründig und humorvoll zugleich und helfen dabei, die Vielschichtigkeit und den Wert von Freundschaft besser zu verstehen.
Angelika Rockenbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Mein bester bester Freund
Olivier Tallec ; aus dem Französischen von Ina Kronenberger
Gerstenberg (2024)
[40] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4