Ein Stern in der Fremde
Ein kleines Mädchen freut sich jeden Tag, wenn es aus der Musikschule kommt, durch die Novemberkälte den hell leuchtenden Stern an ihrem Küchenfenster zu sehen. Doch dann kommt der Krieg und sie müssen fliehen. In ein fremdes Land, in eine fremde
Wohnung. Die fremde Sprache versteht sie nicht und überhaupt ist alles anders als zu Hause. Sogar Mama hat sich verändert und sie selbst auch. Doch eines Tages bringt Mama vom Einkaufen Schere, Kleber und Papier mit und gemeinsam basteln sie ihren Stern von zu Hause nach. Und schon wird alles ein bisschen leichter. – Die Autorin schreibt eindrucksvoll in kurzen, klaren Sätzen. Ihre Geschichte trägt autobiografische Züge, da sie selbst nach dem Überfall auf die Ukraine aus Russland fortzog. Dies wird ausführlich für Erwachsene im Nachwort erklärt. Ein beeindruckendes, nachdenkliches, berührendes und teils auch bedrückendes Zeitdokument, aber gerade deshalb so wichtig für jeden Bestand.
Denise Müller
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ein Stern in der Fremde
Anna Desnitskaya ; aus dem Russischen von Thomas Weiler
Gerstenberg (2024)
[40] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5