Man kann auch in die Höhe fallen
Hinter Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff liegen bewegte und aufreibende Monate: Umzug von Wien nach Berlin, Trennung und ein Schlaganfall. Er sehnt sich nach Abstand und „Ruhe“, um an seinem Buch arbeiten zu können. Nach vielen Jahren kehrt
er auf den Hof der Familie in Schleswig-Holstein zurück. Hier hat seine Mutter alles im Griff: mehr als rüstig kümmert sich die über 80 Jahre alte Frau um den Alltag. Beinahe übermenschliche Kräfte setzt sie frei, um Zäune zu reparieren, Wiesen zu mähen oder Obst zu ernten. Das ist Kontrastprogramm zum Leben des Künstlers. Er fügt sich seinem „Schicksal“ und kann dem Landleben einiges abgewinnen. In Episoden, mit viel Wortwitz und mancher Situationskomik, schildert er diese Zeit, außerdem gibt es Rückblenden auf sein (bisheriges) Theater-, Schauspieler- und Schriftstellerleben. – Dies ist der sechste Teil von Meyerhoffs Romanzyklus „Alle Toten fliegen hoch“. Er hat das Buch ungekürzt vor Publikum in der Berliner Schaubühne eingelesen. Etwas störend sind die z.T. sehr langen Tracks, die einen Wiedereinstieg nicht leicht machen. Für Liebhaber:innen deutschsprachiger Gegenwartsliteratur sehr zu empfehlen, die Autorenlesung ist gleichermaßen gelungen wie kurzweilig.
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Man kann auch in die Höhe fallen
Joachim Meyerhoff
argon hörbuch (2025)
Alle Toten fliegen hoch ; Teil 6
2 mp3-CDs (circa 750 min)
mp3-CD