Nullnummer
Colonna kann eher schlecht als recht von seinem Beruf als Journalist leben. Er fühlt sich und seine Arbeit nicht wahrgenommen und wertgeschätzt. Das soll sich ändern, als er für einen windigen Medienunternehmer Vimercate eine neue Zeitung auf den
Markt bringen soll. Doch Vimercate geht es nicht um journalistische Aufklärung mit Anspruch. Er möchte die Gesellschaft mit Skandalgeschichten und trivialen Boulevardgeschichten für sich gewinnen und einnehmen. Und statt regelmäßigen Ausgaben gibt es immer wieder nur Nullnummern mit Riesenaufmachern. Gleichzeitig arbeitet Colonna an einem Buch über das Leben und den vermeintlichen Tod Mussolinis. Sollte der "duce" den Krieg überlebt haben? - Eco hat einen medienkritischen, ja mediensatirischen Roman vorgelegt, der allerdings mehr verwirrt und Fragen aufwirft, als dass er aufklärt: Was ist Realität, was ist Fiktion? - Selbst die hervorragende Lesung mit Felix von Manteuffel macht die "Nullnummer" nicht zu einem Hörerlebnis. Viele Eco-Fans werden diesmal enttäuscht werden - viele der immer wieder in Besprechungen genannten satirischen Anspielungen erschließen sich nur Eingeweihten!
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Nullnummer
Umberto Eco. Gelesen von Felix von Manteuffel
Der Hörverl. (2015)
5 CD (ca. 366 Min.)
CD