Stolz und Vorurteil
Ende des 18. Jh.: Familie Bennet führt ein privilegiertes Leben als Landadlige, man kann allerdings auch keine großen Sprünge machen. Da es keinen Stammhalter gibt, gilt es, die fünf Töchter „gut“ zu verheiraten. Daran ist vor allem Mrs Bennet
gelegen - jeder Besucher ist ein potenzieller Schwiegersohn und kein Ball wird ausgelassen. Ein neuer Nachbar, der alleinstehende und vermögende Charles Bingley, ist ein idealer Kandidat. Sein Freund Fitzwilliam Darcy ebenso, doch der ist arrogant und wortkarg. Die zweitälteste der Schwestern, Elizabeth („Lizzi“), ist von Darcy gleichermaßen angezogen wie angewidert. Sie weiß, wie solche stolzen Gockel mit Frauen spielen. Man könnte sagen, Lizzi hat Vorurteile und Vorbehalte … „Stolz und Vorurteil“ erschien 1813 und ist Jane Austens bekanntestes Buch und eine Art Idealbild einer britischen Gesellschaft voller Etikette und sozialen Regeln: Eigensinnige, heute würde man wohl „selbstbewusste“ sagen, Frauen wie Elizabeth passen nicht in diese Zeit. Adlige Mädchen machen Handarbeiten oder Spaziergänge und besuchen Bälle, um später Mütter zu werden. Mehr steht ihnen kaum zu. Der Roman wurde mehrfach verfilmt, nun gibt es ein großartig besetztes und inszeniertes Hörspiel. Die vier CDs sind in einem kleinen Hardcover untergebracht, dass noch einige Informationen zum Roman und zum Hörspiel liefert.
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Stolz und Vorurteil
Jane Austen ; Hörspielbearbeitung und Regie: Kai Grehn ; mit Maeve Metelka und [weiteren] ; Musik: Murat Parlak
der Hörverlag (2022)
4 CDs (circa 244 min)
CD