Zeig uns, wer du bist

Cora ist fast dreizehn. In der Schule wird sie gemobbt, weil sie Autistin ist. In Adrien findet sie einen Gleichgesinnten. Er hat ADHS und geht selbstbewusst damit um. Die beiden Außenseiter freunden sich an. Im Unternehmen seines Vaters Magnus Hawkins Zeig uns, wer du bist werden mittels KI Hologramme von Menschen erstellt, „so menschlich und lebensecht wie möglich“. Sie sollen im Todesfall den Angehörigen zur Trauerbewältigung dienen, virtuelle Unsterblichkeit also. Mr Hawkins will Cora für die KI wegen ihres Autismus befragen lassen. Ihr Dad ist dagegen, Bruder Gregor dafür, denn die Menschen müssten dann nicht mehr trauern: „Sie müssen sich nie verabschieden, nur wenn sie wollen“ (S. 24). Ein Unfall führt für Cora eine Entscheidung herbei: Als Adrien von einem Sportwagen angefahren wird und im Koma liegt, bietet ihr die Wissenschaftlerin Dr. Gold eine Begegnung mit dem Hologramm von Adrien an. Beim Besuch des Hologramms ist Cora zunächst begeistert von dessen Perfektion, doch dann kommt ihr etwas merkwürdig vor … Sie startet eine Kampagne im Fernsehen über die ethische Frage, was das Wesen eines Menschen ausmacht. – Ein Science-Fiction-Kinderroman mit dem Anspruch, neurodiversen Menschen eine Stimme zu geben. Spannend und philosophisch zugleich.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Zeig uns, wer du bist

Zeig uns, wer du bist

Elle McNicoll ; aus dem Englischen von Barbara König
Atrium Verlag (2024)

286 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 620744
ISBN 978-3-85535-208-1
9783855352081
ca. 16,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
Diesen Titel bei der ekz kaufen.