Eine Bumerangfamilie

Sie sind drei Geschwister, alle um die 50 Jahre alt und leben im Großraum Seoul. Ihnen gemeinsam ist, dass sie finanziell und persönlich am Ende sind. Aus diesem Grund zieht einer nach dem anderen wieder zur verwitweten Mutter in eine relativ beengte Eine Bumerangfamilie Wohnung zurück. Was für die erwachsenen Kinder anfangs scheinbar eine Katastrophe ist, macht der Mutter relativ wenig aus. Sie bekocht sie wie früher und hält sie auch sonst über Wasser. Die Tochter bringt nach zwei gescheiterten Ehen zudem noch ein pubertierendes Mädchen mit und steuert bald wieder auf eine Ehe mit einem anderen Mann zu. Einer der Brüder hatte eine Zukunft als Filmemacher, verdient jetzt aber nur ein wenig Geld mit gelegentlichen Porno-Drehs. Der andere wird immer träger und hangelt sich von einem Gelegenheitsjob zum nächsten. Dabei lässt er sich dummerweise auf Geschäfte mit der Unterwelt ein und muss nach Kambodscha fliehen. Die übers Ohr gehauenen Gangster prügeln deshalb seinen Bruder krankenhausreif. Eine frühere Freundin nimmt ihn bei sich auf und pflegt ihn gesund. Die inzwischen über siebzig Jahre alte Mutter heiratet den allen bisher unbekannten Vater ihrer Tochter, stirbt aber wenig später. – Über weite Strecken bewegt sich das Buch sprachlich etwas unter der Gürtellinie. Dem Leser werden hier aber auch die oft fremd anmutenden Lebensumstände eines anderen Kulturkreises vor Augen geführt. Eher für größere Bestände zur Ergänzung.

Josef Schnurrer

Josef Schnurrer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Eine Bumerangfamilie

Eine Bumerangfamilie

Cheon Myeong-kwan ; aus dem Koreanischen von Matthias Augustin und Kyunghee Park
Weissbooks (2024)

277 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 754076
ISBN 978-3-86337-216-3
9783863372163
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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