Mann ohne Pflichten
Warum legt ein Kurator, mitten in seinen besten Jahren, seinen Job nieder? Den Schweizer Schriftsteller Markus Bundi interessiert eher, was Peter Meander dann macht. Der ehemalige Kunstfachmann zelebriert eine Lebenskunst, die ohne Pflichten, Konzepte
und Entscheidungen ist. Genuss und Stil werden in dieser künstlerisch freien Existenzform neu entdeckt. Meander schaut sich Boxkämpfe in Zeitlupe an, gibt als Gastlehrer eine Unterrichtsstunde an der Schule seiner Stieftochter Anja, widmet sich dem kleinen Robert und ist angezogen von der Galeristin Carmen. Und statt darüber zu streiten, ob eine Galerie mehr die Kaffeemaschine oder mehr den Kühlschrank entbehren könne, enthauptet er mit seinem Hockeyschläger kurzerhand den Kaktus. - Marcus Bundi gelingt eine kleine heitere Studie über das Leben jenseits von Pflichtberuf, manchmal grotesk, manchmal lebensernst, mit knappen Strichen und in zügigen Szenen erzählt, empfehlenswerte Lektüre.
Michael Braun
rezensiert für den Borromäusverein.
Mann ohne Pflichten
Markus Bundi
Klöpfer & Meyer (2015)
165 S.
fest geb.