Igel, Opa und ich
Der Enkel erlebt mit seinem Opa eine ideale Kindheit: im großen, verwilderten Garten werkeln, schaukeln, verstecken und abends verstohlen Süßigkeiten konsumieren und Klassiker (Der Hund von Baskerville, Huck Finn) lesen – idyllisch! Ganz selbstverständlich
wird ein Igel in diese Konstellation aufgenommen: zunächst aufgepäppelt, dann respektvoll als Teil der kleinen Gruppe angesprochen und schließlich begraben. – Der sehr umfangreiche, klar und gut nachvollziehbare Text erzählt in ruhigem, warmem und unaufgeregtem Ton von einer liebevoll begleiteten Kindheit und dem langsamen Abschied daraus, zwischen den Zeilen schwingt mit, dass auch der Opa in absehbarer Zeit den Weg des Igels gehen wird. Respekt vor dem Leben und der Natur schwingt in jedem Satz mit und die klaren, flächigen, vereinfachend abstrahierend und geometrisierend gehaltenen (ein wenig an Infografiken erinnernd) und in verhaltenen Naturfarben kolorierten und durch eine durchgehende Körnigkeit den Anschein alter Fotos vermittelnden Illustrationen verstärken den intensiven Eindruck und ziehen die Leser:innen in ihren Bann. – Ein irgendwie aus der Zeit gefallenes und daher umso wertvolleres Buch, aufgrund der sehr klaren Sprache schon für Kinder ab 4 Jahren geeignet – allen Beständen nachdrücklich empfohlen.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Igel, Opa und ich
Martin Klein ; Bilder: Tobias Krejtschi
Tulipan Verlag (2025)
[32] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4