Straße der Schatten
Als Tochter eines Schiffseigners und Zeitungsinhabers New Yorks darf Jo keine Gefühle zeigen, ihre eigene Meinung äußern oder das Haus ohne Begleitung verlassen. Doch schon im September 1891 hatte sie in der Schülerzeitung über die Ausbeutung
der Frauen einer Textilfabrik geschrieben und damit gegen die Regeln ihrer Erziehung verstoßen. Nach dem Tod ihres Vaters zwei Monate später, deckt sie unter Lebensgefahr zusammen mit Eddy, einem Journalisten, den Mord an ihrem Vater auf und gerät dadurch in die verruchtesten Viertel New Yorks. - In diesem spannenden Roman stellt Donnelly die soziale Kluft zwischen Arm und Reich im New York Ende des 19. Jh. realistisch dar, die auch im Europa derselben Zeit angesiedelt sein könnte. Vor dem Hintergrund der Kriminalgeschichte thematisiert die Autorin auch die Emanzipation der Frauen. Am Beispiel ihrer einfühlsam und detailliert gezeichneten Protagonistin beschreibt sie den Wandel eines fremdbestimmten Mädchens hin zu einer eigenverantwortlich handelnden Frau.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Straße der Schatten
Jennifer Donnelly
Pendo (2015)
445 S.
fest geb.