Ketzer
Die großen Diskussionen um Gerd Lüdemann und seine Werke liegen schon ein paar Jahre zurück. Zuletzt ist wohl die harsche Kritik am Werk Papst Benedikts XVI. 'Jesus von Nazareth - Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung' zu nennen, die für
Aufsehen sorgte (Spiegel-Rezension 26.04.2007). Jetzt legte der evangelische Theologe und Kirchenkritiker sein bereits 1995 erschienenes Werk 'Ketzer', "auf vielfachen Wunsch" (S. 7) neu auf, wie es im Vorwort heißt. Dass es sich hierbei lediglich um eine Überarbeitung hinsichtlich der Literaturangaben und dem Untertitel handelt und sich nichts Grundlegendes an der Meinung von Lüdemann in Bezug auf Exegese und Kirche geändert hat, kann eigentlich nicht verwundern. Zwar weist der Autor in seinem Vorwort eigens darauf hin, dass sich das Buch auch für Nicht-Theologen eigne, mit Blick auf die Streitbarkeit seiner Thesen ist dies jedoch eher nicht zu empfehlen. Kritisch zu betrachten wäre in diesem Zusammenhang beispielsweise die Position Lüdemanns, dass die Schriften des Alten Testaments nicht auf Jesus Kommen hinweisen (S. 288). Daher für theologisch versierte, zur kritischen Auseinandersetzung befähigte Leser/innen geeignet - eher in ausgebauten Beständen als Ergänzung.
Sebastian Heuft
rezensiert für den Borromäusverein.
Ketzer
Gerd Lüdemann
zu Klampen! (2016)
324 S.
kt.