Öffnet sich der Himmel
Das Leben des 16-jährigen James ist ziemlich normal und nicht besonders spannend: er wächst in einfachen Verhältnissen in einem englischen Dorf auf. Sein kleiner Bruder ist krank und bekommt einen Großteil der Aufmerksamkeit der Eltern. In der
Schule ist James ein Außenseiter. In den Ferien soll er – auch auf Drängen der Eltern – einen Job übernehmen und frühmorgens die Milch im Ort ausfahren. Dabei lernt er den wenig älteren Luke kennen, der ihn beinahe magisch anzieht. Die Faszination für Luke scheint keine Grenzen zu kennen. James hat keinerlei Erfahrungen mit Liebe und Sexualität, doch Männer und Jungs und natürlich vor allem Luke interessieren ihn. Die Pubertät weckt Wünsche und Lust. Doch wie kann er sich dem Angebeteten nähern, zeigt der doch wenig Interesse? Wie weit mag James gehen, mit wem kann er seine Gedanken teilen und wie kann es gelingen, über den eigenen Schatten zu springen? – Seán Hewitts Romandebüt wird gefeiert und ist erfolgreich: ein Jugendlicher nähert sich seiner Identität, seiner Lust und möchte sich ausprobieren. Die ungekürzte Lesung mit Schauspieler Julian Greis dauert beinahe acht Stunden und manches Mal wartet man nur darauf, dass sich James endlich öffnen und offenbaren kann. Eine besondere Geschichte des Erwachsenwerdens.
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Öffnet sich der Himmel
Seán Hewitt ; gelesen von Julian Greis ; deutsche Übersetzung : Stephan Kleiner
audiolino (2025)
1 mp3-CD (circa 461 min)
mp3-CD