Transit 64
Im Roman "Transit 64" landet Marlene Dietrich – wie auch in der Realität – im Januar 1964 auf einem Zwischenstopp in Ost-Berlin, bevor sie weiter nach Warschau reisen soll. Doch bald wird sie in politische Pläne verstrickt: Willy Brandt und Egon
Bahr möchten sie bei der Bundespräsidentenwahl als Gegenkandidatin zu Heinrich Lübke aufstellen. Das Autorentrio verbindet historische Fakten mit fiktionalen Elementen und erschafft so eine alternative Geschichtsversion des Kalten Krieges. Der Roman spielt mit Alternativgeschichte – was wäre gewesen, wenn …? Dabei geht es um Exil, Freiheit, Macht, Widerstand und Identität – und um die Frage, wie Geschichte anders hätte verlaufen können. Die Hörenden lernen politische Akteure und Widerstandskämpfer von einer neuen Seite kennen, wobei man sich beim Zuhören immer bewusst machen muss, dass vieles fiktiv ist. Peter Kaempfe liest eindrucksvoll die teilweise sprunghafte Handlung vor, wobei es ihm gelingt, vor allem das Timbre Willy Brandts gut zu treffen. Ein anspruchsvolles Hörerlebnis für alle, die sich für Historie, Politik und die Frage "was wäre, wenn?" interessieren.
Gabriele Güterbock-Rottkord
rezensiert für den Borromäusverein.
Transit 64
Bude, Munk, Wieland ; Lesung mit Peter Kaempfe
audiolino (2025)
1 mp3-CD (circa 275 min)
mp3-CD