Frankfurt-Paris-Frankfurt
Der Autor des Buches kommt mit seiner Freundin während des "deutschen Herbst" 1977 (Schleyer, Mogadischu) nach Frankfurt, um dort an seinem ersten Buch zu schreiben. Um der deprimierenden Atmosphäre dieser Monate, den Schikanen und der bürgerlichen
Enge der Mainmetropole zu entgehen, flüchten die beiden für einige Wochen nach Paris, um dort das Leben zu feiern. – Peter Kurzeck (1943-2013) ist – obwohl vielen unbekannt – einer der großen deutschen Autoren der letzten Jahrzehnte. Die meisten seiner Bücher sind, wie auch dieses, viel weniger Romane denn sehr stark autobiografisch gefärbte Erinnerungsstücke, sprachlich-stilistisch reduziert und sparsam wie Tagebuchskizzen. Trotzdem gelingt es ihm hier meisterhaft, die Atmosphäre dieser wenigen Herbstmonate spürbar werden zu lassen, auch wenn Paris klischeehaft überzeichnet wird, was in der deutschen Literatur aber seit Heinrich Heine fast schon üblich ist. – Ein herausragendes Buch, nicht nur, aber gerade für Leser, die diese Jahre miterlebt haben oder geschichtsinteressiert mehr davon erspüren wollen.
Michael Sanetra
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Frankfurt-Paris-Frankfurt
Peter Kurzeck ; aus dem Nachlass von Rudi Deuble ; unter Mitwirkung von Jan Habermehl
Schöffling & Co. (2024)
Das alte Jahrhundert ; 10
285 Seiten
fest geb.