Das Wunder der Flunder
Alle Kinder der Klasse 1a sind begeistert, als die Lehrerin eine Flunder ins Aquarium des Klassenzimmers setzt. Alle außer Moritz, der sich vorstellt, wie es dem Fisch wohl ergehen mag. Statt mit den anderen im Pausenhof Fußball zu spielen, klettert
er lieber auf den Baum und schaut in den Himmel. Als ihm Lana einmal aus der Patsche hilft, ist klar, dass sie nun seine Freundin ist. Mit ihr zusammen setzt er die Flunder im Bach aus. – Moritz ist ein empathischer Träumer, ein Junge, dessen eigene Welt groß ist und der sie wohl nur mit einer Gefährtin an seiner Seite in die Welt der Schule übersetzen können wird. Wir nehmen teil an seinen Mal- und Schreibversuchen, die Ausdruck dessen sind, wie er seine Umgebung wahrnimmt und welchen Reim er sich darauf macht. Seine Weltsicht wird in der Illustrierung treffend abgebildet: die großzügig kolorierten Blätter mit den schrägen und schrulligen zeichnerischen Details zeigen die Perspektive des Kindes, das sich auf Blickwechsel und Einfühlung versteht. Das ist auf jeder Seite wunderbar gelungen! Die Bilder nehmen das kindliche Gekritzel auf und setzen es in den starren Rahmen der Schule – ein Raster, das (noch) von der kindlichen Fantasie gesprengt werden kann. Auch der Erzähltext mit seinen schönen poetischen Nuancen bleibt nahe an der Wahrnehmung des Jungen. Hier wird ein Kind an der Schwelle gezeigt: noch von naiver Leichtigkeit umfangen und noch den Anforderungen der Schule nicht ganz gewachsen. Sein Blick geht weit und ungelenkt in die Welt, immer auf der Suche nach Staunenswertem. Dies ist in diesem Buch eingefangen und sensibel dargestellt, was auch den Leser:innen und Betrachter:innen wundersame Glücksmomente bereiten wird!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Wunder der Flunder
Daniela Leidig
kunstanstifter (2025)
[48] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5